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Donnerstag, 20. März 2014

Stadtrat uneinig über den Bericht der Enquete-Kommission "Internet und digitale Gesellschaft"

Einblick in den Stadtrat
Quelle: Stadt Magdeburg
DUMM-Blog. Wie ich bereits berichtete wird heute im Stadtrat über die Analyse der Empfehlungen der Enquete-Kommission "Internet und digitale Gesellschaft" beraten. Anlass zur Diskussion gab ein Antrag der FDP-Stadtratsfraktion, der eine Untersuchung der Handlungsempfehlungen der Kommission für die kommunale Verwaltung fordert. Bisher stellt sich die Stadtverwaltung in einer Stellungnahme gegen den Antrag.

Ich habe auch die anderen Fraktionen zur Thematik befragt. Sie sind sich alle einig, dass die Digitalisierung der Gesellschaft ein wichtiges Thema auch für die Kommune ist, darüber hinaus enden die Gemeinsamkeiten aber auch schon.

Die Stadtratsfraktion der Grünen unterstützt das Anliegen, welches dem Antrag der FDP zu Grunde liegt und spricht sich für eine Annahme des leicht geänderten Antrags aus. Sie betonen auch, dass sie in der Vergangenheit schon häufiger versucht haben, die Stadtverwaltung politisch zu zwingen in den Bereichen, die von der Kommission auch benannt wurden, tätig zu werden. Allerdings hatten sie damit bisher mäßigen Erfolg. Besonders verärgert zeigen sich die Grünen von der "Blockadepolitik" des Oberbürgermeisters Dr. Lutz Trümper (SPD), der ähnlich wie die Stellungnahme der Verwaltung, den Arbeitsmehraufwand häufig als Hinderungsgrund aufführt.

"Wir sind der Ansicht, dass Magdeburg einer diesbezüglichen Entwicklung nicht länger hinterher laufen sollte. Zahlreiche andere Städte machen es uns vor, wie wir die Chancen und Möglichkeiten der digitalen Entwicklung im Sinne unserer Bürgerinnen und Bürger nutzen können. Allerdings sind wir sehr skeptisch, ob und inwieweit der Oberbürgermeister seine diesbezügliche Blockadepolitik aufgeben wird.", so die Fraktionsgeschäftsführerin Eva-Maria Schulz-Satzky.

Antrag der FDP-Ratsfraktion zu den Berichten der
Enquete-Kommission "Internet und digitale Gesellschaft"
Auch der Fraktionsvorsitzende Frank Theile der Linksfraktion im Stadtrat findet das Anliegen unterstützenswert. Doch verdeutlicht er, dass die Empfehlungen der Kommission nicht in allen Fragen übernommen werden müssen, sondern es hängt vom jeweiligen Sachverhalt ab. Dabei äußert er auch Sympathie für die Stellungnahme der Stadtverwaltung und sieht ebenso wie der Beigeordnete Holger Platz die Hauptadressaten für die Kommissionsberichte in der Bundes- sowie Landespolitik.

Die fraktionslose future!-Partei konnte keine eindeutige Entscheidung bisher treffen, da die gemachten Berichte der Enquete-Kommission sehr umfangreich sind und sie sich als Stadträte damit noch nicht im vollen Maße auseinander setzen konnten.

"Die Handlungsempfehlungen, die den Antrag zu Grunde liegen, sind über 3000 Seiten stark und dadurch einfach zu umfangreich. Dies kann man nicht so leicht überblicken, gerade ehrenamtlich ohne eine Fraktion im Hintergrund durcharbeiten, wenn man es ernsthaft möchte. Die Stellungnahme ist grundsätzlich ein Anfang, aber Dinge sind immer ausbaubar. Daher wissen wir noch nicht, wie wir morgen mit dem Antrag umgehen, dies wird sich ggf. durch die Diskussion ergeben.", äußerte Stephan Bublitz Vorstandsmitglied future! - Die junge Alternative.

Zusatz: Der Antrag wurde laut dem Ratsinformationssystem der Stadt abgelehnt. Die Gründe für die Ablehnung versuche ich noch in Erfahrung zu bringen.

Mittwoch, 19. März 2014

Stadtratsprotokolle müssen erst nach einen Monat veröffentlicht werden

Eine Stadtratssitzung im Alten Rathaus in Magdeburg
Quelle: Stadt Magdeburg
DUMM-Blog. Ich habe vor einigen Wochen bereits berichtet, dass es in der Landeshauptstadt mit der Veröffentlichung der Niederschriften zu den Stadtratssitzungen zu unschönen Zeitverzögerungen kommt. Nun hat mir das Büro des Oberbürgermeisters geantwortet und erklärt warum es zu diesen langen Wartezeiten für die Bürger bisher kam.

Die Niederschriften zu den Stadtratssitzungen in Magdeburg werden in der Regel mehrere Wochen nach der Sitzung erst veröffentlicht. Dies liegt daran, erklärt Mike Eve vom Büro des Oberbürgermeisters, dass für die Veröffentlichung bzw. Vorlage der Niederschrift der § 56 Gemeindeordnung  Sachsen-Anhalt (GO LSA) eine großräumige Frist setzt. Die Niederschrift muss innerhalb von 30 Tagen, spätestens zur nächsten Sitzung, vorliegen. Damit hat das Sitzungsmanagement des Stadtrates rund einen Monat Zeit die Niederschriften zu bearbeiten.

Ebenfalls, so führt Mike Eve weiter aus, wird das Protokoll (Niederschrift) erst im Nachgang an die Stadtratssitzung verfasst. Nachdem das Dokument dann fertiggestellt ist, wird es der Stadtratsvorsitzenden zum Lesen, für etwaige Korrekturen und zur Unterschrift übergeben. Erst dann wird es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Ganz anders verhält es sich bei den audiovisuellen Aufzeichnungen. Diese gibt es erst seit dem letzten Jahr und werden, wie schon in meinem Kommentar erwähnt von MDCC bereitgestellt. Das Unternehmen bearbeitet das Bildmaterial nochmals nachträglich. Die Aufzeichnungen werden mit drei fest installierten Kameras im Otto-von-Guericke-Saal vorgenommen. Die Tonaufzeichnung dafür erfolgt über die Soundanlage des Saales. Eine festgelegte Frist zur Veröffentlichung des Materials wurde bisher nicht festgesetzt, somit gilt bei den Bild-Aufzeichnungen das Prinzip: "Ready, when it's done".

Mike Eve erläuterte noch weitere Details zur Bearbeitung des Bildmaterials: "Diese Aufnahmen werden nach der Sitzung so geschnitten, dass sie immer den aktiven Redner oder die Totale während einer Abstimmung, zeigen. Zudem werden noch die sogenannten „Bauchbinden“ eingearbeitet, die bei dem ersten Auftritt eines Stadtrates in einem Video dessen Namen und die Fraktionszugehörigkeit darstellen".

Die Aufzeichnungen der Stadtratssitzungen findet ihr auf dem Youtube-Channel der Stadt Magdeburg.

Dienstag, 18. März 2014

Magdeburger Stadtverwaltung nutzt Windows XP noch bis Ende 2014

Quelle: Presselogo von future! - Die junge Alternative
future! - Die Junge Alternative. Microsoft hat im letzten Jahr bereits angekündigt den Support für ihr Betriebssystem Windows XP einzustellen. Damit sind viele IT-Arbeitsplätze in der Wirtschaft sowie in den Behörden ein Sicherheitsrisiko. Denn die Einstellung der Unterstützung durch die Redmonder betrifft auch die zahlreichen Sicherheitsupdates, die die Sicherheitslücken bisher geschlossen haben.

Die Umstellung des Betriebssystems ist auch deswegen wichtig, da nicht nur die Sicherheitsupdates abgeschaltet, sondern auch Programmfehler nicht mehr behoben werden. Auch die Kunden- und Supporthotline zu Windows XP wird nicht mehr besetzt sein. Ebenso berichten die ersten Medien, dass zahlreiche Hacker und Cyberkriminelle schon nach den besten Schwachstellen im System suchen, da sie nun leichtes Spiel haben. Zusätzlich werden auch die meisten Antivirus-Provider zukünftig das Betriebssystem ignorieren.

Der Stadtratsabgeordnete Mirko Stage sieht diese Entwicklung durchaus ernst und stellte eine formale Anfrage an den Oberbürgermeister. Zum einen forderte er eine Bestandsaufnahme der mit Windows XP betriebenen Arbeitsplätze sowie wann es denn zu einer Umstellung dieser auf neuere Versionen kommen soll. Ebenfalls wollte er eine Einschätzung der Alternativen zu den herkömmlichen Betriebssystemen, vor allem Open Source Software (freie Software) war dabei ein Thema.

Heute hat die Stadtverwaltung in Person von Holger Platz, den Beigeordneten für Kommunales, Umwelt und Verwaltung, in einer Stellungnahme bekannt geben, dass es momentan 970 IT-Arbeitsplätze in der Verwaltung gebe, die noch mit dem alten Betriebssystem arbeiten. Eine Umstellung sei seit einiger Zeit geplant und ist allen Fachbreichen übermittelt worden, heißt es in dem Schreiben. Dennoch geht die Verwaltung in ihrer Stellungnahme davon aus, dass es noch bis Ende des Jahres dauern wird alle Arbeitsplätze umzurüsten.

Zum Thema Open Source Software äußerte sich der Beigeordnete wie folgt: "Die Stadtverwaltung ist natürlich in Abstimmung mit der KID Magdeburg GmbH bestrebt, nach effektiven und kostenminimierenden Lösungen zu suchen. Wie bereits angeführt, ist die Stadtverwaltung bei der Wahl des Betriebssystems in erheblichem Maße von den Vorgaben der Hersteller der Fachverfahren abhängig. Dies betrifft auch die Microsoft Office Produkte WORD und EXCEL, da ein Großteil der Fachverfahren standardisiert Microsoft Office basierte Ausgabeschnittstellen hat."

Somit lehnt die Stadtverwaltung zum wiederholten Male eine Umstellung zu Open Source Software ab. Betont aber, dass bei neueren Fachverfahren, die auch Open Source Software nutzen können, eine Umstellung geprüft werde.

Montag, 17. März 2014

FDP fordert Überprüfung der Stadt zum Bericht der Enquete-Kommission "Internet und digitale Gesellschaft"

Stadt Magdeburg. Diesen Donnerstag ist in Magdeburg wieder die monatliche Stadtratssitzung im Alten Rathaus. Die Stadträte beraten eine Vielzahl von Anträgen und Beschlussfassungen zur Kommunalpolitik der Stadt. Ein standesgemäß kontroverses Thema ist vor Allem die digitale Gesellschaft bzw. die Netzinfrastruktur in Magdeburg. Auch in dieser Stadtratssitzung ist das Thema vermehrt auf der Tagesordnung.

Die Liberalen haben bereits im September 2013 einen Antrag eingereicht, der sich mit den Handlungsempfehlungen der Enquete-Kommission "Internet und digitale Gesellschaft" befasst. In diesem Dokument fordert die FDP-Fraktion eine gründliche Analyse der Stadtverwaltung zu den Handlungsempfehlungen der Kommission. Gleichzeitig möchten sie in einem Änderungsantrag, den sie im Januar einreichten, eine Bestandsaufnahme des IST-Zustandes der Stadt, zum Thema der digitalen Gesellschaft und der Netzinfrastruktur in der Kommunalverwaltung. Sie möchten damit die Chancen der digitalen Gesellschaft aufgreifen und nutzen sowie die Herausforderungen derselbigen meistern, heißt es in dem Antrag.

Die Stadtverwaltung hat bereits in Person von Holger Platz, der Beigeordnete für Kommunales, Umwelt und allgemeine Verwaltung, Stellung zum Antrag bezogen: "Die Stadtverwaltung empfiehlt, auf eine eingehendere Prüfung der Berichte der Enquete Kommission zu verzichten, da dies mit einem erheblichen Arbeitsaufwand in verschiedenen Bereichen verbunden ist und womöglich anwendbare Ergebnisse marginal sein werden."


Stellungnahme der Stadtverwaltung zum Antrag der FDP-Fraktion
Die Enquete-Kommission befasste sich in ihren Diskussionen vorrangig mit Handlungsempfehlungen für die Landes- sowie Bundesebene. Dennoch so betonte die Kommission in ihrem Abschlussbericht: "Dies (bezogen auf die zwölf Projektgruppen der Kommission, Anm. d. Red.) gibt einen ersten Eindruck davon, wie komplex und umfassend die Auswirkungen der Digitalisierung auf unsere Gesellschaft sind. Kein Bereich bleibt davon ausgespart: Von der frühkindlichen Bildung über die Veränderungen in der Wirtschafts- und Arbeitswelt bis hin zu der Art und Weise, wie wir Freundschaften pflegen und unsere kulturellen Bedürfnisse befriedigen – das Internet spielt eine ständig wachsende Rolle."

Ebenfalls ein großer Bestandteil der Arbeit der Kommission war der Bereich Bürgerbeteiligung. Sogar die Kommission selber war ein erstes Experiment zur digitalen Beteiligung. Im Abschlussbericht bezeichnete der Vorsitzende der Kommission Axel E. Fischer diesen Versuch auch als Mittel zur besseren Kommunikation zwischen politischen Vertretern und den Bürgern. Allerdings warnte er davor, es als Wundermittel gegen Politikverdrossenheit zu sehen. Nach drei Jahren Diskussion beendete die Kommission mit ihrem Abschlussbericht am 5. April 2013 ihre Arbeit.

Der Antrag der FDP-Stadtratsfraktion wird noch einmal abschließend im Stadtrat, in seiner dritten Sitzung in diesem Jahr, behandelt. Weitere Informationen zur Stadtratssitzung und zum Antrag selbst findet ihr hier.

Montag, 3. März 2014

Neue Marktforschungsanalyse der Mediengruppe Magdeburg vorgestellt

mm regioscan. Am letzten Dienstag wurde in der Otto von Guericke Universität, die neue Regional-Analyse der Mediengruppe Magdeburg vorgestellt. Rund 300 Gäste erschienen zur Veranstaltung. Durch den Abend führte Torsten Bühring, der Projektbeauftragte der Mediengruppe Magdeburg sowie der Kabarettist Lars Johansen. Zahlreiche Politiker und Behördenvertreter waren unter den anwesenden Zuhörern.

Der mm regioscan - die Regional-Analyse der Mediengruppe Magdeburg, welche auch der Herausgeber der Volksstimme und des General-Anzeigers ist, ist die aktuell umfangreichste Marktforschungsanalyse im nördlichen Sachsen-Anhalt. Beleuchtet werden unter anderem die wirtschaftliche Situation, die Einschätzung der persönlichen Zukunft der Menschen, das Konsum- und Freizeitverhalten, die Mobilität in Stadt und Land sowie das Mediennutzungsverhalten, betonen die Verantwortlichen die Kernelemente der Studie.

"Das Wissen um das wirtschaft liche und mediale Geschehen in unserer Region ist für die Mediengruppe Magdeburg geradezu ein Lebenselixier. Regionalstudien gehören daher bereits seit Jahren zum Portfolio der Mediengruppe Magdeburg. Für die Jahre 2013 und 2014 sollte das Projekt, losgelöst von den Vorgängerstudien, neu gedacht werden ...", äußerte Carola Korzenek, Stellvertretende Verlagsleiterin der Mediengruppe Magdeburg.

Der mm regioscan soll sich somit vor allem an Unternehmen der Region, öffentliche Institutionen, Verbände und Kammern richten. Wichtigstes Ziel soll es sein fundierte Analysen sowie Zahlen zur Region Altmark, Börde, Harz, Jerichower Land und Salzlandkreis sowie der Landeshauptstadt Magdeburg zu liefern. Die Studien entstehen in der Zusammenarbeit mit der IHK Magdeburg und der Handwerkskammer Magdeburg.

Ebenfalls vorgestellt wurde die Webseite* der Marktforschungsanalyse. Diese ist für die Öffentlichkeit frei verfügbar und man kann nach kurzer Registrierung eigene Statistiken aus den Datensätzen erstellen. Die Befragung von 2.576 Menschen soll nach Angaben der Mediengruppe Magdeburg im Rahmen des Bundesdatenschutzgesetzes erfolgt sein. Doch nähere Angaben zum Datenschutz gaben die Projektinitiatoren nicht.

*http://www.mm-regioscan.de/mm-regioscan.html

Freitag, 28. Februar 2014

Kommentar: Katastrophale Informationspolitik in der "modernen" Landeshauptstadt

Vorbermerkungen: Um die Gedankengänge sowie die Bewertung der Fakten in diesem Kommentar nachzuvollziehen, sollten folgende Seiten besucht werden:

Youtube-Channel Magdeburg
* Wahlergebnisse Kommunalwahl
** Als Beispiel diente die Gemeinde Möser (Sitzung vom 11.02.2014)
*** Webseite Tosdr.org

Ein Kommentar von Steven Kollmorgen:

Der Youtube-Kanal der Stadt Magdeburg
Die Kommunalpolitik wird seit jeher in Sachsen-Anhalt vom Wähler nur mit geringschätzigen Blick betrachtet. Ein wirkliches Interesse ist zumindest bei Wahlen zum Kommunalparlament nicht erkennbar* (Wahlbeteiligung 2009: 35,14%). Doch hat dies, wie jede gemessene Politikverdrossenheit auch Ursachen. Eine bekannte Ursache sind fehlende Informationen, der Bürger bekommt schlicht nicht mit was momentan im politischen Diskurs Thema ist.

Dies liegt vor allem an schlechter Informationspolitik. In einigen Regionen Sachsen-Anhalts ist es für Bürger nur mit erheblichen Aufwand (Nachfragen, 4 Wochen Wartezeit, gar keine Veröffentlichung Online)** verbunden auch nur die Beschlüsse in ihrer vollständigen Form zu bekommen. Dies ist zumindest in der Landeshauptstadt Magdeburg nicht der Fall. Doch auch wenn sie sich gerne als IT-Standort und hochmodern gibt, geizt auch die Stadt mit Informationen.

Bis zum heutigen Tag, also 8 Tage nach der letzten Stadtratssitzung, gab es keine Veröffentlichung der Niederschrift zur Sitzung vom 20.02.2014. Über eine Woche muss der Bürger auf ein schlichtes Protokoll in Textform warten. Dies ist nichts anderes als peinlich für eine Landeshauptstadt, die mit großen Ambitionen und Versprechungen nur so um sich wirft. Darüber hinaus ist der Mitschnitt der Sitzung erst seit gestern veröffentlicht worden.

Nun mag man behaupten, ein Mitschnitt der Sitzung müsste doch reichen. Dies trifft allerdings nicht zu, da derselbige ausschließlich auf einer Plattform angeboten wird, auf die die Stadt nur sehr beschränkt Zugriff hat, nämlich Youtube. Das im übrigen vom Serviceanbieter Tosdr.org als "ausreichend" (Class D)*** bewertet wird. Ein Grund dieser Wertung ist, dass es Youtube jederzeit erlaubt ist, das Video der Stadt zu sperren. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Stadt damit einverstanden ist. Somit ist es unsicher diese Plattform als einzige Veröffentlichungsquelle zu benutzen.

Die Sammlung der Niederschriften zu den Stadtratssitzungen
Auch wird das Video von einem Drittanbieter, in unserem Fall MDCC nachbearbeitet. Damit ist eine Veröffentlichung des Urzustandes nicht mehr möglich bzw. das Video ist nicht im Original verfügbar. Also wäre die einzige Chance eine Stadtratssitzung ohne Nachbearbeitung nach recherchieren zu können nur mithilfe der Niederschrift möglich. Dieser wird allerdings ein sehr geringer Stellenwert zu Teil, anders ist die fehlende Veröffentlichung nicht zu bewerten.

Eine Lösung dessen wäre die Veröffentlichung des Mitschnittes auf der Webseite der Stadt sowie ohne Nachbearbeitung eines Drittanbieters. Denn der Service den Youtube oder MDCC hier bereitstellt, muss immer als Zusatz erkannt werden, aber nicht als offizielle Veröffentlichung der Stadt, denn das ist dieser Service nicht. Aufgrund der fehlenden Rechte, die der Verwaltung dabei eingeräumt werden. Auch sollte das Protokoll innerhalb von 48 Stunden dem Bürger zugänglich gemacht werden. Selbst mit stellenweise fehlenden Lektorat, da die Informationspflicht höher wiegt, als die Attraktivität des Textes.

Ebenso muss die allgemeine Ansicht, dass die Presse gleichzeitig die Öffentlichkeit ist, überdacht und verworfen werden. Denn das ist sie per Definition schon nicht. Somit sind Veröffentlichungen zu politischen Sitzungen und Entscheidungen Hoheitsaufgaben der jeweiligen Parlamente und ihrer Verwaltungen, nicht der Privatwirtschaft.

Freitag, 21. Februar 2014

Kommentar: Verwaltung der Piratenpartei Deutschland streikt! - Ein politisches Statement

Vorbemerkung: Um die Gedankengänge sowie die Bewertung der Fakten in diesem Kommentar nachzuvollziehen, sollte folgende Seite besucht werden:

Warnstreik



Ein Kommentar von Steven Kollmorgen:

Normalerweise halte ich mich aus Diskussionen raus, die außerhalb Magdeburgs ihre Kreise ziehen. Die Piratenpartei Deutschland jedoch macht es einen schwer, nichts zur aktuellen Debatte zu schreiben. Denn die Verwaltung der Piraten hat sich in Deutschland in einen Warnstreik begeben. Sie hat am gestrigen späten Nachmittag zahlreiche Dienste abgeschaltet, darunter Fallen die Mailinglisten, das Forum und zeitweise die Pads, in denen die meisten Inhalte bisher erstellt wurden.

Ungeachtet der Überzeugung der Streikenden muss dieser Warnstreik Konsequenzen nach sich ziehen, da die meisten ehrenamtlich tätigen Mitglieder der Verwaltung oder der IT, mit einem Vertrauensvorschuss in diese Tätigkeitsbereiche eingesetzt wurden. Dieser ist natürlich nach diesen Machtmissbrauch dahin. Doch ist dies sicherlich den meisten bewusst. Mit Sicherheit allerdings ist es die Aufgabe des Bundesvorstandes oder der jeweiligen Landesvorstände die Beauftragten zur Rechenschaft zu ziehen.

Die Piratenbasis hingegen sollte sich mit dem Signal auseinandersetzen, dass die Streikenden ihnen hiermit übermitteln wollen. Dieses sagt nichts geringeres, als das sich die Piraten in Deutschland endlich einmal wieder auf politische Arbeit und gesellschaftliches Miteinander konzentrieren sollten. Denn nach zahlreichen, eher unwichtigen bis hin zum Skurriellen aufgebauschten Vorfällen (z.B. Flaggengate, Bombergate ...) befindet sich die Partei in einer Angststarre. Kaum ein Pirat traut sich dieser Tage anzuecken, gar seine Überzeugung offen zu vertreten, da ihm nicht nur Gegenwind entgegen bläst, sondern gute Ideen mithilfe von Engstirnigkeit erstickt werden. Man kann sogar konstatieren, dass es für Randmeinungen und mutige Ansätze in konservativen Parteien, wie der CDU/CSU, mehr Freiraum gibt, als in der Piratenpartei Deutschland.

Vor einigen Jahren sind die Piraten als Aufbruch in eine neue Welt verstanden worden. Der Weg zu einer offenen und toleranten Gesellschaft war vorgezeichnet. Doch einzig und alleine die dauerhafte Selbstbeschäftigung, die fehlende eigene Verortung sowie ein Mangel an Selbstachtung, haben zur Abweichung vom vorgezeichneten Pfad geführt.

Der deutsche Ableger der Piratenparteien bewegt sich, seit einiger Zeit, auf den großen organisatorischen Blowout zu. Diesen möchten, so ist es zumindest zu verstehen, die Streikenden verhindern. Sicherlich mit dem Wissen, dass ihre politische Zukunft in dieser Partei nachhaltig in Frage gestellt wird. Dies ist aber der fehlende Mut und die Abkehr vom Duckmäusertum, welcher von so vielen Menschen innerhalb und außerhalb der Partei gewünscht wird. Es ist die vielleicht letzte Chance für die Deutschen Piraten, nun liegt es wieder einmal in der Hand der Parteibasis.

Im Sinne eines pluralistischen Parteiensystems in Deutschland wäre ein Wegfall der Piratenpartei sehr schmerzlich, da sie durchaus eine neue Entwicklung in der politischen Meinungsbildung darstellen.

Freitag, 14. Februar 2014

Mitteldeutsche IT-Branche trifft sich in Magdeburg

Rainer Nitsche Beigeordneter für Wirtschaft,
Tourismus und regionale Zusammenarbeit
Stadt Magdeburg. In der Landeshauptstadt treffen sich, am 25. Februar die Spitzenkräfte der Mitteldeutschen IT-Branche. Zum ersten Mal ist damit Magdeburg Ziel des Treffens. Es werden mehr als 80 Führungskräfte von  der mitteldeutschen Informations- und Kommunikationstechnologie-Branche sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung an dem Abend in der Ottostadt erwartet.

Rainer Nitsche, Beigeordneter für Wirtschaft der Landeshauptstadt, überrascht die Entscheidung, dass gerade Magdeburg als Treffpunkt ausgewählt wurde nicht: "Magdeburg hat eine IT-Landschaft, die sich ausgezeichnet entwickelt. Hier sind global agierende Unternehmen ansässig und wir bieten Firmen eine hervorragende IT-Infrastruktur. Darüber hinaus sind die enge Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft sowie die Nähe zu Universität und Hochschule auch für internationale Unternehmen, wie beispielsweise IBM, ein wichtiges Entscheidungskriterium, sich in der Ottostadt anzusiedeln."

Im Mittelpunkt des Branchentreffens
, das vom Cluster IT-Mitteldeutschland e.V. mit Unterstützung der
Landeshauptstadt Magdeburg und dem Verband der IT- und Multimediaindustrie Sachsen-Anhalt (VITM) organisiert wird, steht das Thema Fachkräftebedarf der hiesigen IT-Unternehmen. Nach einem Vortrag von Marco Langhof (VITM) soll das Thema im Rahmen einer Podiumsdiskussion unter dem Motto "Entspannung oder Verzweiflung - Der regionale IT-Arbeitsmarkt" vertieft werden. 
Logo der IT- und Multimediaindustrie Sachsen-Anhalt

Zur Podiumsdiskussion eingeladen sind Michael Krüger, Vorstandsvorsitzender des Cluster Informationstechnologie Mitteldeutschland, Marco Langhof vom Verband der IT- und Multimediaindustrie Sachsen-Anhalt, Rainer Nitsche, Beigeordneter für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit der Landeshauptstadt Magdeburg, Prof. Paul Molitor, Direktor des Instituts für Informatik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Prof. Gunter Saake, Dekan der Fakultät für Informatik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg sowie Frank Schwarz, Geschäftsführer IBM Service Center Deutschland GmbH in Magdeburg. Durch den Abend führt Jan Pasemann vom VITM.


Im Anschluss an den informativen Teil des Abends bietet ein Get-together für die Gäste die Möglichkeit, sich noch stärker in der Branche zu vernetzen. "Die Veranstaltung ist nicht nur eine guter Anlass für uns, den IT-Standort Magdeburg vorzustellen, sondern bietet auch Gelegenheit das IT-Netzwerk zu stärken. Nicht selten ergeben sich aufgrund solcher Veranstaltungen Zusammenarbeiten innerhalb der Branche. Zudem ist der Abend ein interessanter Auftakt für die zwei Wochen später in Hannover stattfindende CeBIT", sagte Rainer Nitsche mit Blick auf das IT-Treffen.

Quelle: Pressemitteilung Landeshauptstadt Magdeburg

Montag, 27. Januar 2014

Der MD-Melder - ein kurzes Tutorial

Der Magdeburger Stadtrat ist nicht gerade für seine Internetaffinität bekannt. Manchmal hat man sogar den Eindruck, dass es ohne tatkräftige Hilfe des Internetproviders MDCC, sicherlich nicht ganz uneigennützig, noch nicht einmal möglich wäre eine halbwegs funktionierende Internetseite zu betreiben. Doch dieses eine Mal ist dem Stadtrat bzw. der Stadtverwaltung ein Coup gelungen und das ganz ohne MDCC.

Der neue MD-Melder ist der erste Schritt in eine richtige Richtung. Er ermöglicht es dem Bürger von überall aus eine Meldung an die Stadt zu richten, um Störfälle oder Beschädigungen an Stadteigentum zu melden. Dies trägt zur Effizienz der Stadt bei und bindet auch die Bürger mit ein. Im Praxistest erwies sich der Melder ebenfalls als förderlich und verkürzte die Wartezeit enorm.

Für alle die die ihn nicht kennen, hier ein kurzes Tutorial:

1) Der MD-Melder ist simpel in der Anwendung, wichtig ist ein PC oder ein Internetfähiges Endgerät (Smartphone) zu besitzen.

2) Dann einfach in eurem Browser auf die Webseite (http://www.magdeburg.de/) der Stadt Magdeburg gehen, am Besten direkt auf den Reiter Bürger + Stadt klicken (siehe Abbl. 1)
Abbildung 1: Tutorial zum MD-Melder
3) Dann auf der linken Seite der Sidebar auf Verwaltung + Service klicken. (siehe Abbl. 2)
Abbildung 2: Tutorial zum MD-Melder
4) Danach verlängert sich die Sidebar und die Kategorie MD-Melder kommt zum Vorschein, hier muss man sich auf ein paar Sekunden Verzögerung einstellen, da der Bürgerservice des Landes Sachsen-Anhalt erst abgerufen wird. Also nicht verzagen, es liegt nicht an euch. (siehe Abbl. 3)

HINWEIS: Ihr könnt auf der Startseite des MD-Melders sehen, welche Meldungen schon eingereicht wurden, dies soll vor Doppelungen schützen und somit die Bearbeitung der Mitteilungen beschleunigen. Also immer zuerst die Suchfunktion nutzen, vielleicht wurde euer Anliegen schon eingereicht.

Abbildung 3: Tutorial zum MD-Melder
5) Nun haben wir es schon auf die Seite des MD-Melders geschafft, jetzt sollte man den Anweisungen auf der Seite genau folgen. Über den rot unterlegten Kasten Neue Mitteilung erstellen (siehe Abbl. 3) gelangt ihr zum Kategorienauswahl-Bildschirm, hier müsst ihr nun euer Anliegen kategorisieren. (siehe Abbl. 4)
Abbildung 4: Tutorial zum MD-Melder
6) Ihr habt die Wahl zwischen 6 verschiedenen Kategorien (Defekte Ampel melden, Gehwegschäden melden, Meldung von Verbotswidrig abgelagerten Abfällen, Schlaglöcher melden, Straßenbeleuchtungsstörung melden, Verschmutzte Rad- und Gehwege melden), ob es noch weitere geben wird, ist bisher noch unklar. Wählt also die Kategorie aus, die euren Anliegen am Besten entspricht.

7) Habt ihr eine passende Kategorie ausgewählt und den rot unterlegten Kasten Auswählen (siehe Abbl. 4) betätigt, gelangt ihr auf eine weitere Seite, wo ihr euer Anliegen zum Einen genauer definieren könnt und zum Anderen ihr einige persönliche Daten angeben müsst.

HINWEIS: Ich empfehle nicht zu viele Daten anzugeben, da diese schlicht nicht gebraucht werden und Datensparsamkeit gerade im Internet sehr wichtig ist. Weiteres zum Thema Datensparsamkeit und Datenvermeidung findet ihr in der Wikipedia unter http://de.wikipedia.org/wiki/Datensparsamkeit_und_Datenvermeidung
Abbildung 5: Tutorial zum MD-Melder
 8) Habt ihr euer Anliegen in die leeren Pflichtfelder eingetragen, könnt ihr beruhigt ganz unten auf den Kasten Absenden klicken. (siehe Abbl. 5, unteren Bildrand-Mitte). Nun erhaltet ihr nach kurzer Wartezeit, je nach Bearbeitungstau mehr oder weniger, eine Bestätigungsmail.

HINWEIS: Wenn ihr wisst, wo sich die Problemstelle befindet, dann markiert es auf der Karte, dazu müsst ihr nur den rot unterlegten Kasten Punkt auf Landkarte auswählen anklicken (siehe Abbl. 5)
9) Nach wenigen Tagen, auch hier den Bearbeitungstau beachten, bekommt ihr eine zweite E-Mail, in der euer Anliegen noch einmal aufgegriffen wird und euch die eingeleiteten Schritte mitgeteilt werden.

HINWEIS: Jede abschließende E-Mail schließt auch euer Anliegen ab, ob es bearbeitet wurde oder nicht. Genaueres entnehmt ihr bitte der abschließenden E-Mail, dort werden euch die genauen Gründe erklärt.
Weitere Informationen zum MD-Melder findet ihr hier:

Volksstimme-Artikel vom 22.01.2014:
http://www.volksstimme.de/aboservice/volksstimme.de_newsletter/1212596_Ansturm-auf-MD-Melder-Man-moechte-schweben-...-Hundehaufen-an-Hundehaufen.html