Montag, 17. Februar 2014

Kommentar: Ausschluss des Altstadtkrankenhauses als neues Gymnasium ist verfrüht

Vorbemerkung: Um die Gedankengänge sowie die Bewertung der Fakten in diesem Kommentar nachzuvollziehen, sollten folgende Seiten besucht werden:

Der Bericht des Schul-Beigeordneten Rüdiger Koch
Artikel der Magdeburger Volksstimme


Ein Kommentar von Steven Kollmorgen:

Es ist in erster Linie zu begrüßen, dass die Landeshauptstadt im Vergleich zur Landesregierung, nicht an der Bildung spart. Das ein neues Gymnasium gebaut werden muss, um die steigenden Schülerzahlen ab 2017 aufzufangen und man nicht den einfachen Weg geht, die vorhandenen Kapazitäten vollzustopfen, ist ein löblicher Schritt. Allerdings sollte dies nicht dazu führen, dass die Stadt sich finanziell übernimmt. Sicherlich ist ein Neubau, welcher von der Stadtverwaltung und in erster Linie vom Oberbürgermeister Lutz Trümper ins Gespräch gebracht wurde, nicht unmöglich und auch finanzierbar, doch sollte man im Vorfeld genau prüfen, ob es nicht bauliche Kapazitäten gibt, die sich bereits als Schulgelände eignen.

So sah es auch der Stadtrat und beauftragte die Stadtverwaltung in Person des Schul-Beigeordneten Rüdiger Koch mit der Prüfung des Altstadtkrankenhauses als Standort für das neue Gymnasium. Eigenartigerweise stellte die Stadtverwaltung recht schnell in ihrer Analyse klar, dass es weder praktisch, noch theoretisch möglich sei das Altstadtkrankenhaus für ein Gymnasium zu nutzen. Solch ein vernichtendes Urteil lässt Fragen offen.

Die vorhanden Tragstrukturen, Abmessungen und Raumstrukturen des Krankenhauses sollen es beispielsweise nicht ermöglichen Unterrichtsräume zu beherbergen, dabei war das Krankenhaus lange Zeit als Lehrkrankenhaus in Benutzung. Noch ist eine besondere bauliche Tragstruktur für Unterrichtsräume bekannt. Auch sind Krankenhauszimmer als geräumig und recht luftig zu bezeichnen, somit eigentlich ideal für ein Klassenzimmer, ansonsten wären es schlechte Patientenzimmer. Aber das ist nicht das verwunderliche an der Analyse der Stadtverwaltung, sondern die klare oder besser gesagt zu klare Bevorteilung des Neubaus an der Hauptwache, lässt einen stutzen.

Denn so heißt es in der Analyse: “Der Neubau würde flächenmäßig und funktional optimal errichtet werden können. [...] Ohne schon belastbare Zahlen nennen zu können, kann aber festgestellt werden, dass ein Neubau kostensicherer erstellt und auch betrieben werden kann.“. Ein Blick in die Glaskugel scheint als eine Analyse für den Stadtrat bzw. dem Ausschuss als ausreichend empfunden zu werden. Denn ob irgendetwas kostensicherer ist, kann erst entschieden werden, wenn überhaupt feststeht, wer es baut und wie das Objekt letztlich aussehen wird. Zum jetzigen Zeitpunkt liegen solche grundsätzlichen Informationen gar nicht vor. Ebenso sind Nebenkosten wie der Bau einer Tiefgarage, welcher in der Analyse erwähnt wird, abgetan mit dem Argument, dass es sich hierbei ja um ein eigenes Bauprojekt handelt und somit keine finanzielle Berücksichtigung findet, in der jetzigen Analyse.

Beide Modelle sind „selbst“ nach diesen unzureichenden Bericht des Schul-Beigeordneten Rüdiger Koch noch im Rennen und sollten gleichberechtigt, im Sinne der Bürger, diskutiert werden. Die jetzt vorliegende Analyse darf nicht zu einem verfrühten Ausschluss des Altstadtkrankenhauses führen, auch wenn dies dem Oberbürgermeister lieber wäre, da bei einem Neubau, der erste Spatenstich sehr wahrscheinlich zur Oberbürgermeisterwahl erfolgen würde.

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